Ein altes Möbelstück neu zu gestalten ist kein Hexenwerk. Entscheidend ist, dass du die Arbeit in der richtigen Reihenfolge angehst und jeder Schicht genügend Zeit gibst. Im Grunde führen drei Schritte zu einem haltbaren, schönen Ergebnis: vorbereiten, streichen und versiegeln.
1. Das Möbelstück vorbereiten
Eine gute Vorbereitung spart später Ärger. Entferne zunächst Griffe, Schubladen und Türen, wenn das möglich ist. Reinige das Möbelstück gründlich mit wenig Wasser und einem fettlösenden Reiniger. Staub, Fett, Möbelpolitur und Wachsreste können verhindern, dass die neue Farbe haftet.
- Prüfe das Möbel auf lockere Teile, Risse und beschädigtes Furnier.
- Fülle alte Bohrlöcher und kleine Fehlstellen mit Holzspachtel.
- Entferne lose Lackschichten und schleife sehr glatte Flächen leicht an.
- Sauge den Schleifstaub ab und wische die Oberfläche anschließend sauber.
Ob du grundieren musst, hängt vom Untergrund ab. Auf glatten oder unbekannten Oberflächen verbessert ein Haftgrund die Verbindung zwischen Möbel und Farbe. Bei Eiche, Kiefer, Mahagoni oder sichtbaren gelblichen Flecken kann ein Sperrgrund nötig sein, damit Holzinhaltsstoffe nicht durch die neue Farbe schlagen. Bei hellen Farbtönen lohnt sich immer ein kleiner Testanstrich.
2. Dünn und geduldig streichen
Wähle die Farbe passend zum gewünschten Finish: Kreidefarbe wirkt meist pudrig und lebendig, Lack eher glatt und geschlossen. Ein guter Pinsel oder eine feine Rolle macht die Arbeit deutlich leichter.
- Klebe alle Bereiche sorgfältig ab, die nicht gestrichen werden sollen.
- Trage lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke Schicht auf.
- Arbeite zügig in eine Richtung und gehe nicht ständig in bereits antrocknende Flächen zurück.
- Lass jede Lage entsprechend den Herstellerangaben trocknen.
- Schleife raue Stellen zwischen den Anstrichen bei Bedarf sehr fein an und entferne den Staub.
Lege Türen oder Schubladen zum Streichen flach hin. So kann die Farbe besser verlaufen und es entstehen weniger Nasen. Zwei Anstriche reichen häufig aus; bei sehr hellen Tönen oder starken Farbwechseln kann eine weitere Lage nötig sein.
3. Das Finish passend versiegeln
Kreidefarbe benötigt in der Regel eine schützende Versiegelung. Selbstversiegelnde Möbelfarben kommen je nach Produkt ohne zusätzlichen Schutz aus; stark beanspruchte Flächen können trotzdem von einer passenden Deckschicht profitieren. Beachte dabei immer die Angaben des Farbherstellers.
- Wachs sorgt für eine matte, natürliche Haptik und eignet sich gut für dekorative Möbel.
- Klarlack oder Topcoat bildet eine robustere Schicht für Tischplatten, Küchenmöbel und häufig genutzte Flächen.
- Öl zieht in saugfähiges Holz ein und ist nur dann sinnvoll, wenn Untergrund und Farbsystem dafür geeignet sind.
Auch die Versiegelung muss vollständig trocknen und aushärten, bevor das Möbelstück im Alltag belastet wird.
Die Kurzform: gründlich vorbereiten, dünn streichen und das Finish auf die spätere Nutzung abstimmen.
Mit Ruhe, guten Materialien und einem kleinen Probeanstrich lässt sich fast jedes geeignete Möbelstück in ein persönliches Unikat verwandeln.
Dieser Beitrag ist eine für Shopify überarbeitete Fassung von Daggis ausführlichem Ratgeber auf gonepaintin.de.



